Stoss Schiessen   

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77. Stoss Schiessen vom 27. - 28.8.2006  

Schützen brauchen sich nicht zu verstecken    von Peter Fässler

Knapp 1150 Schützinnen und Schützen beteiligten sich am 77. Stoss-Schiessen in Gais. Auf der 300 m Distanz siegte Walter Kast, Berneck, hauchdünn vor Edith Langenegger, Gais. Bei den Pistolenschützen gewann Peter Bühler, St. Gallen FSG. Im Sektionswettkampf ging der Sieg an Gais (300 m) und Berneck (50 m). Ein viel beachtetes Referat hielt Hans-Peter Wüthrich, Brigadier Inf Brigade 7.
Als am 17. Juni 1405 rund 400 Appenzeller unterstützt von Glarner und Innerschweizer Kriegern Richtung Stoss marschierten um den österreichischen Vormarsch Richtung Appenzell zu stoppen, musste ähnliches Wetter geherrscht haben wie am Sonntag vom diesjährigen Stoss-Schiessen. So steht es jedenfalls im Appenzeller Geschichtsbuch: Es war regnerisches und wildes Wetter. Im Gegensatz zu den Kriegern von damals konnten sich Schützen, Zeiger und geladene Gäste am Stoss-Schiessen 2006 mit dem von Otto Fitzi hervorragen zubereiteten "Stossspatz" wieder aufwärmen.

Nicht verstecken
In seinem kurz gehaltenen, dafür viel beachteten Referat betonte Brigadier der Infanterie Brigade 7, Hans-Peter Wüthrich, dass sich die Schützen nicht verstecken müssen. Der Minderheit, die wegen Kuh- und Kirchenglockengeläute sowie dem so genannten "Schiesslärm" auf die Barrikaden gehen, müsse entschieden entgegengetreten werden. Ebenso sollen die Schützen dafür kämpfen, damit gewisse Ideologen sich nicht durchsetzen, wenn sie mit ihrer Petition, ein Verbot der Armeewaffe im Privathaushalt, erfolgreich sein wollen. Er rief die Schützen auf sich nicht in unterirdische Schiessanlagen zu verkriechen sonder offen für ihre Werte einzustehen.

Kein Maximum
Von den knapp 1150 Teilnehmenden am diesjährigen Stoss-Schiessen erreichte kein Schütze das Punktemaximum. Spannend war die Angelegenheit über 300 m. Vier Schützen mussten mit 59 Punkten in den Ausstich. Hier wiederum erzielten Walter Kast, Berneck und Edith Langenegger, Gais wiederum 59 Punkte. Es musste der beste Tiefschuss über den Sieg entscheiden. Da der St. Galler Schütze Kast sich hier eine Hundert gegenüber 97 der Appenzellerin gutschreiben konnte, ging der Sieg und die Bundesgabe (Stgw 90) glücklich, aber verdient, an Walter Kast. . Die Bundesgabe in Form eines Karabiners ging an René Messmer (SV Appenzell), welcher mit 59 Punkten (Ausstich 54 Punkte) den dritten Rang belegte. Bei den Pistolenschützen holte sich die Bundesgabe Renzo Mühlebach, Zürich-Stadt mit 110 Punkten. Er erbte diesen Preis weil die vier Schützen, welche im Schlussklassement vor ihm lagen, die Bundesgabe in früheren Jahren bereits einmal gewonnen hatten. Die Wanderpreise konnten folgende Schützen entgegennehmen: Pistole: Peter Bühler, St. Gallen FSG; Stgw 90: Herbert Oberson, Stäfa; Karabiner: Albert Ziegler, Berneck und Stgw 57: Thomas Müller, Dübendorf.

Gais und Berneck

Im Sektionswettkampf über 300 m siegten die Sportschützen Gais mit 52.500 Punkten, dicht gefolgt von Berneck und Gams-Tell beide 52.417 Punkte und Teufen 52.333 Punkte. Erneut mit einem Sektionssieg wartete Berneck bei den Pistolenschützen auf. Die St. Galler siegten mit 101.600 Punkten vor Zürich Stadt (100.200) und St. Margrethen (99.800)

Bundesgabengewinner 2006


Sektionssieger Berneck (50 m) und Gais (300 m)


Wanderpreisgewinner 2006

 


76. Stoss Schiessen vom 27. - 28.8.2005  

Hier die Ranglisten, die Au-Widnau Schützen sind jeweils gelb angezeichnet:

  50m Pistole 300m Gewehr
Einzelrangliste:
Sektionsrangliste:
Vereins Einzelrangliste
Au-Widnau Schützen:

 

Stoss-Schützenverband

Viel wichtiger aber ist die Freiheit

600 Jahre Schlacht am Stoss ist auch für die Schützen Grund genug um zu feiern. Zum 76. Mal wurde das Stoss-Schiessen, welches an die Anfänge der Appenzellergeschichte erinnert, an historischer Stätte durchgeführt. Als Gastredner eingeladen war Bundespräsident Samuel Schmid.

von Peter Fässler

Es herrschte damals, am 17. Juni 1405, regnerisches und wildes Wetter als rund 400 Appenzeller, unterstützt von Glarner und Innerschweizer Kriegern, Richtung Stoss marschierten, um den österreichischen Vormarsch Richtung Appenzell zu stoppen. Viele Väter, Söhne und Brüder, vor allem aus dem österreichischen Lager, kehrten nie mehr aus dieser Schlacht zurück. Aber die Appenzeller haben ihre Freiheit behauptet. Und heut noch sind sie stolz darauf. 600 Jahre später, genau genommen am 76. Stoss-Schiessen, herrschte nicht gar so garstiges Wetter (der Nebel war an diesem Sonntag zwar gar hartnäckig und das Schiessen musste mehrere Male unterbrochen werden) und die Schützen taten es auch ihren Vorfahren nicht gleich, denn diese zogen, bevor es ins Schlachtgetümmel ging, die Schuhe aus.

Die Schützen von heute gehen "nur" ihrem Hobby nach. Kämpfen in fairem Wettkampf um Sieg, nicht um Niederlage und wenn gar der Bundespräsident die Hand an die Waffe anlegt und seine Treffsicherheit unter Beweis stellt, dann trübt nichts die vaterländische Schützenseele. Bundesrat Samuel Schmid bedankte sich denn auch beim heute braven Appenzeller Bär, der seinem Berner Artgenossen Gastrecht erteilte. Und trotz der vielen schweren Einzelschicksale, die der Gastredner an der Stossgemeinde diese Woche beim Besuch der vom Unwetter geschädigten Regionen angetroffen hatte, blickt Bundesrat Schmid optimistisch in die Zukunft, auch wenn sich in der Vergangenheit "Bundes - Bern" nicht immer freudeidgenössisch verhielt.

So wurde 1927 das Gesuch, die Munitionskosten für das erste Stossschiessen von 10 Rappen pro Schuss zu übernehmen, vom Bund schroff abgelehnt. Dass während des Krieges hingegen der Bund eine Munitionssperre verhängte und dadurch das Stossschiessen verunmöglichte, ist aus der damaligen Bedrohungs- Situation verständlich. Wer die Appenzeller kennt, weiss, dass sie deswegen nicht nachtragend sind. Wie sonst kämen sie dazu, den Gast aus Bern gratis schiessen zu lassen und ihm erst noch den legendären Stoss-Spatz zu servieren. Natürlich wurde vom Bundesrat Schmid für diese noble Geste auch eine Gegenleistung erwartet. Das tat er dann auch, mit der offiziellen Festansprache nach dem Schiessanlass.

Ausschnitt aus der Rede von BR Schmid: Das Geld und Sparen wichtig sei, aber nicht um jeden Preis betonte Schmid in seiner Rede. Es gehe nicht an, die Schweizer Armee weiterhin als Selbstbedienungsladen für den Budgetausgleich anzusehen und damit das Machtinstrument der Eidgenossenschaft, das bereits auf ein alleräusserstes Minimum reduziert worden ist, so sehr zu schwächen, dass es seinen Verfassungsauftrag nicht mehr erfüllen kann, nämlich das Land und die Bevölkerung zu verteidigen. Viel wichtiger als Geld aber ist die Freiheit. Lasst uns dazu, als Eidgenossen beiderlei Geschlechts, aller Altersstufen und jeder Herkunft, Religion, Konfession, Weltanschauung und sämtlicher Kantone, auch in der Zukunft dazu Sorge tragen, zu dieser unserer Schweizer Freiheit

  

Am hartnäckigsten war der Nebel

Andreas Graf (Heiden) Christoph Knechtle (Appenzell) und Daniel Sigenthaler (Sargans) gewinnen die Bundesgaben


Das 76. Stoss-Schiessen stand ganz im Zeichen des Jubiläums 600 Jahre Schlacht am Stoss. Hätte nicht der Nebel zu teils langen Unterbrüchen geführt, wäre der markante Teilnehmeranstieg noch höher ausgefallen. Bei den Gewehrschützen siegte Andreas Graf, Heiden vor Jakob Widmer Bühler. Hanspeter Kobelt, Au-Widnau gewann mit einem sehr hohen Resultat bei den Pistolenschützen. Den Sektionswettkampf gewannen Heiden (300 m) und Berneck (50 m).

von Peter Fässler

Der Teilnehmeranstieg, es beteiligten sich 1583 Schützen am Wettkampf, ist nicht nur auf den Besuch des Bundespräsidenten zurückzuführen. Zum guten Besuch beigetragen hat sicher auch dies: Der Stoss-Schützenverband konnte zum Jubiläumsfest jedem Teilnehmer eine spezielle Medaille abgeben. Sowohl die 300 m Schützen (1105 Teilnehmer) als auch auf die 50 m Distanz (478 Teilnehmer) verzeichneten einen enormen Anstieg im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Immer noch beliebt Von den über 100 Sektionen die sich am Gewehr- und Pistolenwettkampf beteiligen, hatten einige einen weiteren Anreiseweg als andere. So beteiligten sich auch Sektionen aus dem Tessin und der französischen Schweiz am 76. Stossschiessen. Chiasso Liberi Tiratori feierte dabei ihre zwanzigste Teilnahme am Stoss-Schiessen auf ganz spezielle Weise. Sie verkauften Tessiner Wurst- und Weinspezialitäten und liessen den Erlös vollumfänglich dem Stoss-Schützenverband zukommen.

Graf und Kobelt
Bei den Pistolenschützen siegt Hans-Peter Kobelt, Au-Widnau mit sehr hohen 116 Punkten, also nur vier Verlustpunkten. Da der Rheintaler die Bundesgabe in Form einer Pistole bereits in einem früheren Jahr gewonnen hatte, konnte sich der zweitplatzierte, Christoph Knechtle, Appenzell, über diese Gabe freuen. Bei den Gewehrschützen feierte der amtierende Schweizermeister über 300 m mit dem Sturmgewehr 90, Andreas Graf, Heiden, einen weiteren grossen Sieg. Er gewann mit 59 Punkten (Ausstich 58 Punkte) vor Jakob Widmer, Bühler der ebenfalls 59 Punkte erzielte im Ausstich jedoch "nur noch" auf 56 Trefferpunkte kam. Mit dem Gewinn des Wanderpreises machte sich Widmer nachträglich zu seinem 50. Geburtstag gleich selber ein grosses Geschenk. Die Bundesgabe in Form eines Karabiners ging an Daniel Sigenthaler, Sargans. Die weiteren Wanderpreisgewinner: Schmid Sepp, Clanx (Karabiner), Hochreutener Paul, Oberegg (Stgw 57) und Kobelt Hanspeter, Au-Widnau (Pistole)

Starke Appenzeller
Stark trumpften die Appenzeller Schützen beim Sektionswettkampf auf. Heiden siegte mit einem Durchschnitt von 55.000 Punkten vor Gais (54.083), Clanx (53.333) und Teufen (53.083). Erst auf dem vierten Rang klassierte sich die erste auswärtige Sektion. Erneut mit einem Sektionssieg wartete Berneck bei den Pistolenschützen auf. Die St. Galler siegten mit 104.400 Punkten vor Zürich Stadt (103.000) und Buchs (102.800)

Bundesgabengewinner Andreas Graf, Heiden und Christoph Knechtle Appenzell




Sektionssieger: Berneck (50 m) und Heiden (300 m)
 

So sieht übrigens der begehrte Stosskranz im Detail aus:

 

 

 


 

75. Stoss Schiessen vom 28. - 29.8.2004 
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Ein wichtiger Anlass ist das jährliche Stoss Schiessen auf jeden Fall. Sowohl auf 300 als auch auf 50m wird um die begehrten Bundesgaben gekämpft.  
Fast schon ein Grossaufgebot der SGAW nahm auch dieses Jahr daran teil. Geschossen wurde teilweise sehr gut. 

Hier die Ranglisten: 
Einzelrangliste 300m
Einzelrangliste 50m
Rangliste aller SGAW Teilnehmer 300m
Rangliste aller SGAW Teilnehmer 50m


Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage des Stoss-Schützen-Verbands

 

Hier noch einige Eindrücke vom 50m Schiessplatz. 

Peter Looser als erster Schützenmeister führt souverän durch das Programm.  
Fredy Tobler amtete als zweiter Schützenmeister. 
Bruno Hautle hat seine Stoss Feuertaufe mit 106 Punkten ganz gut bestanden.  
Der Stellung nach zu urteilen weiss Roli Büchel noch nicht so recht ob er schiessen oder Formel 1 fahren will.  
Unser Karl Bredl tritt natürlich wie es sich gehört in seiner Tracht an. 
 

Und hier noch die Gewinner der 3 Bundesgaben: 

Gratulation !