Arge Alp Wettkämpfe vom 14./15. Juli 2007 in Wil & St.Gallen
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Arge Alp Wettkämpfe sind eröffnet

Eröffnungsfeier begann mit Umzug in die Wiler Altstadt
Das freundschaftliche Kräftemessen im Sportschiessen kann beginnen. Am frühen Donnerstagabend zogen die teilnehmenden Sportler angeführt von den Majoretten und der Stadtmusik Wil in einem bunten Umzug über die obere Bahnhofstrasse zur schmucken Wiler Altstadt.

410 Teilnehmer aus den Alpenländern, das sind Länder, Provinzen, Regionen und Kantone der Staaten Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz machen am Freitag und Samstag in verschiedenen Disziplinen den jeweiligen Schützenkönig unter sich aus. Um sich darauf einzustimmen und auch genügend Wert darauf zu legen, dass dies ein freundschaftlicher Wettstreit ist, begann das dreitägige Treffen mit einer feierlichen Eröffnung.
Beim Schwanenkreisel formierten sich die Stadtmusik Wil, die Majoretten und schliesslich die Wettkampfteilnehmer, diese jeweils nach Ländern getrennt. Ein bunter Zug zog schliesslich Richtung Altstadt. Zahlreiche sportliche Schützen aus dem ganzen Kanton präsentierten die Farben des Gastgebers. Dahinter zogen, wie es sich alphabetisch gehört, zuerst eine grössere Gruppe von Sportlern aus Baden-Württemberg und schliesslich die Bayern Richtung Altstadt. Aus dem Kanton Graubünden war erst eine kleine Delegation im Unterland, nämlich jene die bereits am Freitagmorgen die ersten Wettkämpfe zu absolvieren hatten.

St. Gallen wirkt als Organisator
Die Lombardei war dagegen mit einem ganz grossen Tross unterwegs. Fröhlich winkend folgten die Schützen aus dem Südtirol der bunten Truppe, sie freuten sich sichtlich, in Wil zu Gast sein zu dürfen. Das Tirol war erst durch ihren Teamleiter vertreten, die Sportler hatten auf dem Weg in die Schweiz noch einen Trainingszwischenhalt eingelegt und trafen erst am späteren Abend in der Äbtestadt ein. Ebenfalls nur fröhliche Gesichter waren im Tross der Tessiner zu sehen. Sie freuen sich ebenfalls auf spannende Wettkämpfe in Wil und St. Gallen. Klein und unscheinbar präsentierte sich auch die Delegation aus Vorarlberg, denn ihre Sportler werden täglich von zu Hause aus an die Wettkämpfe anreisen und waren deshalb am Donnerstagabend noch nicht vor Ort. Abgeschlossen wurde der Umzug von den Mitgliedern des Leitenden Ausschusses des St. Gallischen Kantonalschützenverbandes, dem die Organisation des diesjährigen Arge Alp Wettkampfes obliegt. Christoph Frei, Marius Birrer und Ursula Schönenberger waren die Drahtzieher, die in den letzten Wochen mit einem grossen Einsatz dafür sorgten, dass die Wettkämpfe optimal ablaufen werden, die Sportler aber auch etwas zu Essen und eine Unterkunft erhalten. Zahlreiche Helfer aus dem ganzen Kanton werden ihnen in den zwei Wettkampftagen zur Seite stehen und mithelfen, dass dieser Anlass zu einem Erfolg wird.

In freundschaftlicher Absicht
In der geschmückten Altstadt wurden die Wettkämpfer herzlich willkommen geheissen. Esther Spinas, die Parlamentspräsidentin der Stadt Wil, hielt einen kleinen Rückblick auf die Geschichte der Stadt und erklärte, sie hoffe doch sehr, dass die Besucher in freundschaftlicher Absicht gekommen wären. Sie ermunterte die Teilnehmer, sich nicht nur sportlich zu messen, sondern auch die „Internationale“ Begegnung dafür zu nutzen, grenzüberschreitende Freundschaften aufzufrischen oder neue zu knüpfen. Und dafür bot der folgende Apéro die passende Gelegenheit. Es dauerte nicht lange, und die verschiedenfarbigen Tenus der Mitgliederländer waren bunt gemischt anzutreffen. Und natürlich war schon bald ein Wirrwarr von deutscher und italienischer Sprache auszumachen. Es wurde noch intensiv geplaudert und Erinnerungen an frühere Austragungen ausgetauscht, bevor sich die einzelnen Gruppen für das Nachtessen und den Bezug der Unterkunft zurückzogen.

Verschiedene Disziplinen stehen auf dem Programm
In mehreren sportlichen Wettkämpfen werden sich die Teilnehmer im Wiler Schiesstand Thurau, sowie Weiherweid (St.Gallen) und St. Gallen-Ost messen. Dabei kommen Luft- und Kleinkalibergewehre, Luft-, Sport- und Freipistolen zum Einsatz. Neben Wettkämpfern aus den umliegenden Ländern ist auch das Interesse in den eigenen Reihen gross, an diesen Wettkämpfen teilnehmen zu können. So haben sich vor allem auch viele Nachwuchstalente für einen solchen Einsatz engagiert. Es lohnt sich, sich bei diesen Wettkämpfen einmal vor Ort umzusehen und mitzufiebern. Dabei wird ersichtlich, dass Schiessen ein anspruchsvoller Sport ist und dass hier mehr abverlangt wird, als allgemein bekannt ist. Volle Konzentration, ein gutes Auge und eine ruhige Hand sind unabdingbar, soll der Schuss in der Mitte der Scheibe landen. Die Wettkämpfer freuen sich auf interessierte Zuschauer.
 
Die Arge Alp Wettkämpfe 2007 sind Geschichte

St. Gallen hat sich als Organisator sehr gut bewährt
Die Arge Alp Schiessbewerbe dienten dem sportlichen Wettkampf in olympischen Disziplinen, aber auch der Pflege langjähriger, schöner Kameradschaften über Landesgrenzen hinweg. Die St. Galler traten als versierte Organisatoren auf. Sportlich mussten sie sich aber mit einer Ausbeute von sieben Medaillen geschlagen geben.

Nach der feierlichen Eröffnung am Donnerstagabend standen für die rund 200 Athleten während der nächsten zwei Tage etliche kräftezerrende Wettkämpfe auf dem Programm. In 38 Kategorien kämpften Teilnehmer aus den Alpenländern, das sind Länder, Provinzen, Regionen und Kantone der Staaten Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz um Edelmetall. Die Teilnehmer massen sich im Wiler Schiesstand Thurau, sowie Weiherweid (St.Gallen) und St. Gallen-Ost, dabei kamen Luft- und Kleinkalibergewehre, Luft-, Sport- und Freipistolen zum Einsatz. und alle diese Wettkämpfe konnte ohne besondere Vorfälle und vor allem ohne Unfall abgeschlossen werden. Mit einem Galaabend mit Rangverkündigung wurde der Anlass, bei dem diszipliniert geschossen wurde und ein sehr freundschaftliches Verhältnis ausserhalb der Schiessstände zu beobachten war, abgeschlossen.

Harte Wettkämpfe bei teils erschwerten Bedingungen
Die Wettkämpfe wurden fair, aber hart ausgetragen. Die grosse Hitze nach den kühlen Temperaturen der letzten Woche setzte zusätzlich zu. Trotzdem war das Niveau der Resultate recht hoch. Erfreulich auch, dass die St. Galler immerhin sieben Medaillen ergattern konnten.
Christoph Brunner aus Brunnadern konnte mit 1141 Punkten und damit einem Punkt Vorsprung auf die internationale Konkurrenz den Dreistellungsmatch mit dem Kleinkalibergewehr für sich entscheiden und eine goldene Auszeichnung für St. Gallen ergattern. Neunter wurde der Alt St. Johanner Bruno Bischof. Beim Liegendmatch erreichte Christoph Brunner den 13. Rang, Sepp Baumann, Bütschwil wurde 19., Bruno Bischof 21. und Paul Serwart, Uznach 29. Mit dem Luftgewehr reichte es für Christoph Brunner nur zum 19. Rang. Der Melser Manuel Pfiffner hatte sein Gewehr trotz der grossen Hitze recht gut im Griff und ergatterte sich die Bronzemedaille beim Liegendmatch der Junioren mit 584 Punkten. Neunter wurde hier der Wiler Sascha Begert und 17 der Werdenberger Jan Kressig. Beim Dreistellungsmatch belegten Jan Kressig, Manuel Pfiffner und Sascha Begert geschlossen die Ränge elf bis dreizehn. In der gleichen Reihenfolge, aber auf den Rängen 14.,16. und 18 klassierte sich das Trio mit dem Luftgewehr. Marina Schnider wurde im Dreistellungswettkampf der Damen 11. und verpasste im Liegendmatch die Medaillenränge um einen winzigen Punkt. Bei den Juniorinnen standen mit Marina Bohl (9.), Petra Hollenstein (12.) und Karin Scherrer (21.) drei Ebnat-Kapplerinnen mit dem Luftgewehr am Start.

Manuel Bosshart bleibt dran
Mit der Freipistole standen in der Kategorie Herren gleich zwei St. Galler Teams im Einsatz. Heini Rhyner, Buchs wurde sehr guter Fünfter, Theo Dietschi, St. Gallen klassierte sich als 8., Paul Stefani, Sargans als 13. Markus Angehrn, St.Gallen als 14., Michael Esser, Buchs als 17. Wendelin Heeb, Rüthi als 19. und Lorenz Holenstein, Benken als 20. Der Schäner Albert Düring hat nur knapp die Goldmedaille gewonnen. Auf seine 550 Punkte folgt mit einem Punkt weniger bereits der erste Konkurrent. Mit der Luftpistole klassierten sich in der Kategorie Herren, Hansruedi Götti, Marbach als 8., Paul Stefani als 10. Markus Angehrn als 12., Theo Dietschi als 14., Roger Kehl als 18. und Heini Rhyner als 19.

Rheintaler räumen Medaillen ab
Gegen den 18 jährigen Bayern Christoph Schultheiss ist offensichtlich noch kein Kraut gewachsen. Dieser gewann nämlich mit 534 Punkten den Freipistolenwettkampf der Junioren, der auf dem St. Galler Stand Ost ausgetragen wurde. Volle zweiundzwanzig Punkte nahm er seiner Konkurrenz ab. Das Positive daran ist, dass diese Konkurrenz Manuel Bosshart heisst, erst 16 Jahre alt ist, aus St. Margrethen stammt und als grosses Nachwuchstalent der St. Galler gilt. Die Spanne in dieser Kategorie war aber enorm gross, vom ersten bis zum letzten Konkurrenten betrug sie genau 100 Punkte. Daniel Becker wurde wegen einem fehlenden Punkt Vierter, der Widnauer Roman Köppel 11. Damit hatte St. Gallen aber die erste Silbermedaille.
Für eine zweite sorgte Daniel Becker. In der Kategorie Luftpistole musste auch er sich vom selben Bayern bezwingen lasse, ihm fehlten aber „nur“ 12 Punkte. Hier klassierte sich Manuel Bosshart als sehr guter Fünfter, Roman Köppel wurde 14.
Eine weitere Goldene konnte erwartungsgemäss Claudia Loher aus St. Margrethen überreicht werden. Den Wettkampf mit der Sportpistole konnte sie mit neun Punkten Vorsprung gewinnen. Ihre Teamkollegin Manuela Brändle wurde sehr gute Fünfte, konnte sich dann aber mit der Luftpistole beim samstagnachmittäglichen Wettkampf, bei dem sämtliche Teilnehmerinnen wegen der enormen Hitze im Schiesstand ins Schwitzen kamen, mit 374 Punkten die silberne Auszeichnung sichern. In diesem Wettkampf klassierte sich Claudia Loher als Sechste, Elsi Stieger wurde elfte.

Baden-Württemberg gewinnt die Nationenwertung
Die Medaillen waren verteilt, nun stand noch eine weitere Auszeichnung bevor. Wer würde wohl die Länderwertung für sich entschieden haben. Es war das Land Baden-Württemberg, das als Sieger des Länderrankings gefeiert wurde. Zweite wurde Lombardia vor dem Südtirol. Die weiteren Ränge belegten Bayern, Tirol, Vorarlberg, St. Gallen, Tessin und schliesslich Graubünden. Und schon bald hiess es Abschied nehmen. Abschied nehmen für ein Jahr bis zum nächsten Treffen, das auf der Olympia-Anlage in München stattfinden wird.
Die genauen Ranglisten sind unter www.sgksv.ch zu finden.
 

von links: Manuela Brändle, Michaela Rhomberg (Vorarlberg), Mara Verconich (Südtirol)

von links: Manuel Bosshart, Christoph Schultheiss (Bayern), Tobias Piechaczek (Bayern)

von Links: Michaela Rhomberg (Vorarlberg), Claudia Loher, Monika Martin (Bayern)


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